Aufwärmen im Badminton – geeignetes Warm-Up

Allgemeines vs. spezielles Aufwärmen

Das Aufwärmen im Badminton kann auf verschiedene Arten erfolgen – z.B. allgemein oder speziell. Bei der allgemeinen Form des Warm-up wird das Aufwärmprogramm nicht speziell auf die nachfolgende Sportart angepasst. Die Anwendung der allgemeinen Art eignet sich daher besonders im Breitensport oder für Anfänger. Im Gegensatz dazu wird das Warm-up-Programm bei der speziellen Form präzise auf die spätere Belastung abgestimmt und wird bevorzugt im leistungsorientiertem Sport eingesetzt.

Aber egal, ob das Aufwärmen nun allgemein oder speziell erfolgt: Im Vordergrund steht immer, Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke ganzheitlich auf die spätere sportliche Leistung vorzubereiten. Um ein passendes Aufwärmprogramm auszuwählen, sollte man sich daher Gedanken machen, welche Körperareale besonderes bei der Sportart benötigt werden. Denn um Verletzungen zu vermeiden, gilt es diese besonders gut zu erwärmen. Im Badminton sind vor allem Beine, Schultern und Arme einer starken Beanspruchung ausgesetzt. Deshalb sollte auf diesen Bereiche, unabhängig von der Aufwärmungsart, ein besonderes Augenmerk gelegt werden.

Allgemeines Aufwärmen im Badminton

Bei dieser Form des Warm-ups wird der Körper allgemein und ganzheitlich erwärmt. Dafür eigenen sich oft Aufwärmspiele, da sie viele der großen Muskelgruppen beanspruchen. Auch wenn das Warm-up des Körpers hier nicht speziell erfolgt, können auch Aufwärmspiele in einem gewissen Maß an die nachfolgende sportliche Belastung angepasst werden. Wie oben schon erwähnt, sind beim Badminton Beine, Schultern und Arme von großer Bedeutung.

Wäre es also sinnvoll Fußball als Aufwärmspiel zu wählen?

Nun, vielleicht in einem gewissen Maß, da die Beine schnellkräftig und reaktiv beansprucht werden. Aber der Einsatz der Arme wird, abgesehen vom Torwart, vernachlässigt. Es folgen einige ausgewählte Aufwärmspiele, bei denen Beine, Arme und Schultern erwärmt werden und die sich somit für Badminton eigenen.

  • Schlappenhockey
  • Schlagball
  • Basketball

Schlappenhockey

Das wird benötigt:

  • 2 Turnmatten
  • 1 Tennisball
  • 1 Schuh

So funktioniert es:

Die Trainingsgruppe wird in zwei gleichstarke Teams eingeteilt. Jedes Team stellt eine Turnmatte an der Turnhallenwand auf. Die sich gegenüberstehenden Matten dienen als Tore. Jeder Spieler zieht einen seiner Turnschuhe aus. Dieser wird in die Hand genommen und ist der „Schläger“ für den Tennisball. Ziel des Spieles ist es, den Tennisball nur mit Hilfe des Turnschuhs, in das gegnerische Tor zu befördern.

Schlagball

Das wird benötigt:

  • 2 Turnmatten
  • x Schläger (Je nach Anzahl der Mitspieler)
  • 1 Softball

So funktioniert es:

Auch bei diesem Spiel wird die Trainingsgruppe in zwei Teams eingeteilt, welche dann die zwei Turnmatten an den gegenüberliegenden Turnhallenwänden als Tore aufstellen. Jeder Spieler erhält ein Schläger, der aus einem Griff und einem Styroporaufsatz am unteren Ende des Griffs besteht. Durch geschicktes Zusammenspielen der Spieler eines Teams wird versucht, den Softball in das gegnerische zu schlagen.

Basketball

Das wird benötigt:

  • 2 Basketballkörbe
  • 1Basketball

So funktioniert es:

Nachdem die Trainingsgruppe in zwei Gruppen eingeteilt wurde, versuchen sie den Basketball in den gegnerischen Korb zu werfen.

Spezielles Aufwärmen im Badminton

Beim speziellen Warm-up wird das Aufwärmprogramm gezielt auf die spätere sportliche Beanspruchung abgestimmt. Es werden also ganz besonders diejenigen Muskelgruppen, Sehen- und Bandapparate erwärmt, die dann auch belastet werden. Die Übungen setzten oft Erfahrung voraus und werden meist im leistungsorientierten Sport eingesetzt. Deshalb sind diese für Anfänger eher nicht geeignet. Als beispielhafte Möglichkeiten folgen ein Aufwärmspiel und ein klassisches Aufwärmprogramm.

Rundlauf

Das wird benötigt:

  • Badmintonschläger
  • Badmintonball
  • Netz

So funktioniert es:

Die Athleten stellen sich in 2 Reihen auf den beiden Badmintonfeldern auf. Bei gerade Anzahl kann der Aufschlag auf beiden Seiten erfolgen, ist aber eine der Reihen länger, so hat diese Seite Aufschlag. Nachdem der Aufschlag ausgeführt wurde, muss der Teilnehmer im Uhrzeigersinn zur anderen Reihe laufen. Der Athlet auf der anderen Spielfeldhälfte schlägt den Ball zurück und läuft ebenfalls im Uhrzeiger Sinn zur Reihe auf der anderen Spielfeldseite. Schafft es ein Teilnehmer nicht den Ball über das Netz zu spielen, so muss er ausscheiden. Stehen sich nur noch 2 Athleten gegenüber, dann gewinnt derjenige der zuerst 3 Punkte erzielt hat.

Klassisches Aufwärmprogramm

Das wird benötigt:

  • Keine Material notwendig
  • möglich: Musikplayer

So funktioniert es:

Die Athleten stellen sich in 2er Reihen auf  und führen die folgenden Übungen auf einer Distanz von 15-20 Metern aus.

  • Sidesteps #1 (linkes Bein geht voran)
  • Laufen + Armkreisen vorwärts
  • Sidesteps #2 (rechtes Bein geht voran)
  • Laufen + Armkreisen rückwärts
  • Übersteiger #1 (rechts über links)
  • Laufen + Mühlkreisen vorwärts
  • Übersteiger #2 (links über rechts)
  • Laufen + Mühlkreisen rückwärts
  • Übersteiger #3 (rechts über links und rechts hinter links)
  • Laufen + Armkreisen gegengleich #1
  • Übersteiger #4 (links über rechts und links hinter rechts)
  • Laufen + Armkreisen gegengleich #2
  • Prellhopser
  • Hopserlauf Armkreisen vorwärts
  • seitliche Einbeinsprünge (von rechts auf links, links auf rechts in die Weite gezogen)
  • Hopserlauf Armkreisen rückwärts
  • seitliche Einbeinsprünge (von rechts auf links, links auf rechts in die Höhe gezogen)
  • Hopserlauf Mühlkreisen vorwärts
  • Skippings und Arme in Seithalte
  • Hopserlauf Mühlkreisen rückwärts
  • Skippings mit maximaler Frequenz
  • Hopserlauf Armkreisen gegengleich #1
  • Rückwärtssprint
  • Hopserlauf Armkreisen gegengleich #2
  • 2x Sprint vorwärts

Im Anschluss an das Aufwärmprogramm sollte ein Dehnprogramm folgen. Dabei ist es empfehlenswert die Dehnübungen dynamisch auszuführen und nicht länger als 7-9 s zu halten, damit die Muskulatur nicht ermüdet oder erschlafft.