Simon Rösner im Interview mit Captain-Racket

Squash Profi Simon RösnerSimon Rösner belegt seit 2007 Platz 1 der DRL (deutsche Squash-Rangliste), ist mehrfacher deutscher Mannschaftsmeister und hat mit der deutschen Nationalmannschaft jüngst einen historischen 5. Platz bei der Squash-WM 2013 in Mulhouse erreicht. Im Interview mit Captain-Racket spricht er über seine Anfänge, seine Vorbilder, seine Ziele und den historischen Sieg der deutschen Squash-Nationalmannschaft.

Herr Rösner, wie sind Sie zum Squash-Sport gekommen?

Zunächst natürlich durch meine Eltern und meinen älteren Bruder; in meiner Familie haben alle Squash gespielt. Anfangs habe ich parallel zum Squash noch Tennis gespielt. Tennis habe ich aber dann aufgegeben, um mich ganz auf Squash konzentrieren zu können. Mein Bruder hat damals übrigens auch parallel zum Squash Tischtennis gespielt und sich schlussendlich vom Squash abgewandt. Zum größten Teil bin ich also durch meine Eltern zum Squash-Sport gekommen.

Welche Vorbilder hatten Sie, als Sie noch nicht so erfolgreich waren und haben Sie vielleicht sogar aktuell noch welche?

Ja natürlich, Vorbilder hat doch jeder und das halte ich auch für sehr wichtig. Ich kann mich noch gut erinnern, dass das damals Jahangir Khan und später auch Peter Nicol waren – und es auch immer noch sind. Natürlich imponiert mir auch der Spielstil von Ramy Ashour sehr – das ist auf jeden Fall ein Squasher, bei dem man sich viel abschauen bzw. von dem man viel lernen kann.

Seit 2007 ungeschlagener deutscher Meister im Einzel, mehrfacher deutscher Mannschaftsmeister und jetzt als Krönung Platz 5 bei der Mannschafts-WM, hätten Sie sich das als Jugendlicher träumen lassen?

Um ehrlich zu sein, als Kind hatte ich eigentlich gar keine Lust Squash zu spielen. Da brauchte es meinen Vater, der mich immer wieder ein bisschen gepusht hat – ihm war es wichtig, dass ich einen Sport ausübe. Ich denke, ich hätte damals meinen Squash-Schläger bestimmt 100 mal an die Wand gehängt, wenn nicht jemand hinter mir gestanden und mich immer wieder dazu animiert hätte am Ball zu bleiben.

Meine Freude am Squash-Spielen hat sich dann auch erst mit der Zeit entwickelt, als ich später erfolgreicher geworden bin. Aber selbst damals hätte ich natürlich nie gedacht, dass ich mal auf Position 12 der Weltrangliste stehen würde oder 7 Jahre ungeschlagener deutscher Meister sein würde. Und jetzt auch noch den 5. Platz bei der Squash-Weltmeisterschaft mit der deutschen Mannschaft zu holen, das war ein Riesenerfolg. Die Länder hinter denen wir gelandet sind, das sind die größten Squash-Nationen weltweit und dann wir Deutschen direkt an Position 5 – das war schon ein enormer Erfolg. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass Squash olympisch wird – dann können wir auch dort beweisen, zu was wir fähig sind.

Was sind Ihre nächsten Ziele für die kommende Squash-Saison?

Meine nächstes Ziel ist jetzt auf jeden Fall in der Weltrangliste unter die Top 10 zu kommen. Allgemein ist natürlich im September das große Ziel für alle Squasher, dass Squash auch olympisch wird – aber das können wir ja nur noch bedingt beeinflussen. Momentan gibt jeder Squasher sein Bestes um unseren Sport möglichst gut darzustellen und damit einfach zu beweisen, dass der Squash-Sport olympische Disziplin ist. Für mich persönlich – wie schon gesagt – jetzt erst mal das Ziel unter die Top 10 der Weltrangliste zu kommen – und dann schauen wir weiter.

Auf Ihrer Webseite ist zu lesen, dass Sie den Oliver Apex RS7 spielen. Was gefällt Ihnen besonder an diesem Schläger?

Das ist schwer zu sagen. Vielleicht, weil ich damals in der Zusammenarbeit mit Oliver an diesem Schläger mitgefeilt habe. Allgemein mag ich lieber einen etwas schwereren Schläger, ein Kriterium welches der Oliver Apex RS7 auf jeden Fall erfüllt. Bei den leichten Schlägern ist es einfach so, dass man nicht so den “Bums” bekommt. Außerdem ist mein Schläger leicht kopflastig; man kann dadurch einen relativ schnellen, harten Ball spielen, aber den Ball auch relativ präzise nach vorne antreiben.

Und ganz wichtig: Er liegt einfach gut in der Hand! Genau zu sagen wieso ein Schläger perfekt ist, gestaltet sich schwierig. Man muss den Schläger einfach in der Hand halten, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Bei meinem Schläger hat das einfach auf Anhieb sofort gepasst.

Jetzt haben Sie abschließend die Chance ein bisschen Werbung für Ihren Sport zu machen: Warum sollte Squash olympische Sportart werden?

Ich würde einfach mal sagen, weil Squash es verdient haben. Früher wurde ja öfter als Ausschlusskriterium für Squash als olympische Sportart die fehlende Fernsehtauglichkeit genannt – man konnte zum Beispiel den Ball nicht gut sehen, weil er zu schnell ist. Nachdem jetzt aber die Squashverbände auch in der Hinsicht viel verbessert haben, zieht dieses Argument nicht mehr – durch die neue Technik kann Squash über das Medium Fernsehen alle Olympia-Zuschauer begeistern.

Außerdem ist Squash ein unglaublich dynamischer, sehr intensiver Sport – das spricht auf jeden Fall für unsere Sportart. Für Olympia wäre es – meiner Meinung nach – nur vorteilhalft eine Sportart wie Squash dabei zu haben. Für uns und Squash allgemein, wäre das natürlich auch gut, weil die Aufmerksamkeit für unsere Sportart dann größer wäre. Ein bisschen mehr Medienpräsenz in Deutschland und auf der ganzen Welt würde dem Squash-Sport sicher nicht schaden – vielleicht erlebt Squash dann sogar wieder einen Boom wie in den 80er/90er Jahren.

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