André Haschker über die Squash-WM 2013

André Haschker berichtet kurz vor Ende der diesjährigen Squash-Saison über seine Eindrücke bei der Squash-Weltmeisterschaft 2013 in Mulhouse. Er ist Nationalspieler der deutschen Squash-Mannschaft und hat mit dieser für Deutschland einen historischen Platz 5 bei der Weltmeisterschaft geholt.

Herr Haschker, die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Squash-WM 2013 in Mulhouse erstmalig in der Geschichte Platz 5 erreicht. Wie fühlte sich das an?

In dem Moment als wir es dann geschafft hatten, war es einfach nur sensationell. Wir haben uns im Vorfeld das Ziel gesetzt das Viertelfinale und somit Platz 8 zu erreichen – wie ich es auch in unserem letzten Interview erwähnt hatte. Das haben  wir dann aber noch übertroffen und das ist schon grandios.

Aus meiner Sicht wurde das vorher gesteckte Ziel ja nicht nur übertroffen – Platz 8 war ja das bisher beste Resultat einer deutschen Mannschaft – sondern wirklich um Längen geschlagen. Als wir das Platzierungsspiel gegen Indien um die Plätze 5-8 gewannen, das war dann wirklich schon historisch. Und mit dem Sieg gegen Südafrika setzten wir noch einen oben drauf – Platz 5 in der Endabrechnung – sensationell! Einfach dabei gewesen zu sein und mit der Mannschaft in Mulhouse Geschichte geschrieben zu haben – das bis jetzt beste Resultat aller Zeiten geschafft zu haben – grandios.

Was war für Sie das spannendste Spiel der deutschen Mannschaft bei der Squash-WM 2013?

Das spannendste Spiel der deutschen Mannschaft war ganz klar das wegweisende Spiel – das Platzierungsspiel – gegen Indien am Freitag. Da haben wir auch erneut auf dem zentralen Glascourt gespielt. Nach der Niederlage im Viertelfinale gegen Australien gab es einen kurzen Moment der Ernüchterung, aber dann hatten wir einfach gegen Indien die einmalige Chance selbst Geschichte zu schreiben, wir hatten den Matchball sozusagen in der eigenen Hand. Nach fast 3 1/2 Stunden Squash auf allerhöchstem Niveau haben wir das Spiel dann gewonnen.      Spannung, Spektakel, Drama, Emotionen – an diesem Tag kam einfach alles zusammen. Und glücklicherweise mit dem richtigen Ausgang für uns. Da waren viele deutsche Fans mit dabei, die das bestimmt noch ihren Enkeln erzählen werden – die Stimmung war einmalig.

Gab es für sie eine Überraschung bei den Platzierungen?

(Lacht) Als Überraschung bei den Platzierungen würde ich unser Ergebnis  auch werten. Gerade wenn man bedenkt, dass die ganzen Top Mannschaften vor uns – die auch schon Squash-Weltmeister waren – wie England, Ägypten, Frankreich, Australien oder auch die Mannschaften hinter uns, wie Südafrika, Indien und Malaysia, ein Budget mindestens im 6-stelligen Bereich haben. Wir mit Deutschland haben einfach nicht diese Dimensionen – oder nicht mehr oder nie gehabt – das kann ich nicht beurteilen, aber da lass ich mich auch gerne zu der Aussage hinreißen, dass wir mit dem minimalsten möglichen Budget im diesem Moment das Maximum herausgerissen haben. Gerade in so einem Profi-Bereich wie Squash ist das echt eine Riesennummer und herausragend effektiv, anders kann man das gar nicht bezeichnen.

Waren Sie enttäuscht, dass Sie nur einmal zum Zuge kamen?

Überhaupt nicht! Der Bundestrainer ist derjenige der die Mannschaft nominiert! Wenn man jetzt die Positionen 1-3, also Simon Rösner, Raphael Kandra und Jens Schoor, anschaut, die haben in dem Turni er alle ihre Aufgabe souverän gelöst. Ich habe einmal gespielt und gewonnen – aber wie schon gesagt – der Bundestrainer entscheidet über die Aufstellung.

Squash Weltmeisterschaft 2013 - Deutschland-Tschechische RepublikDa bringt es dann auch nichts in so wichtigen Spielen wie dem Viertelfinale oder dem Platzierungsspiel gegen Indien – wo man dann natürlich auch einfach gerne dabei wäre – zu nörgeln und zu hadern mit dieser Entscheidung. In dieser Hinsicht stelle ich mich ganz in den Dienst der Mannschaft. Auch von der Bank aus habe ich – denke ich zumindest – meinen Teil dazu beigetragen, dass wir dieses Resultat erreichen konnten. In so einer Situation wäre es einfach kontraproduktiv sich zu beschweren und ich finde die Jungs haben das auch ohne mich ganz gut hinbekommen.

Aber ich habe denen aber auch ganz klar gesagt, dass meine Zeit noch kommen wird. (lacht) Vor 2 Jahren bei der Squash-WM in Paderborn habe ich die wichtigen Spiele für Deutschland abgeliefert, diesmal waren eben die anderen dran. Das Folgende sollten Sie ein bisschen mit einem Augenzwinkern verstehen; und zwar habe ich vor Ort auch noch gesagt, dass man gerade im Viertelfinale gegen Australien das Potential der deutschen Mannschaft erahnen konnte, wenn der beste Spieler eben auf der Bank saß und nicht zum Einsatz kam. Ich habe meinen Teil mit dazu beigetragen gegen Tschechien und ich bin wirklich sehr begeistert und auch stolz, dass ich mit dabei sein durfte und mit dieser Mannschaft dieses historische Ergebnis für Deutschland erreichen konnte.

Was sind Ihre weiteren Ziele?

Ganz konkret stehen für mich dieses Wochenende die Französischen Play-Offs in Chartres an. Ich spiele ja für insgesamt 6 Mannschaften in Europa, darunter auch TSB Valenciennes, mit denen ich am Wochenende gerne den Aufstieg in die 1. Liga schaffen möchte. Das ist dann für mich wirklich der Saisonabschluss, da hänge ich mich nochmal voll rein. Da darf ich dann – denke ich – auch wieder spielen und ich werde versuchen das Resultat zu bringen, für das ich geholt wurde.

 

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