Kinesiotape – Herkunft, Einsatzmöglichkeiten, Wirkung

Wem sind nicht schon die bunten Klebestreifen auf den Körpern der Profisportler aller Sportrichtungen aufgefallen? Ob blau, rot, schwarz, grün oder hautfarben – oft sieht man sie an den unterschiedlichsten Stellen am Körper aufblitzen.

Captain-Racket ist dem Thema Kinesiotape auf den Grund gegangen und hat im Gespräch mit dem Physiotherapeuten Johannes Kelber die wichtigsten Fakten zu diesem Thema zusammengetragen.

Herkunft

Das Kinesiotape wurde von einem japanischen Chiropraktiker erfunden um die körpereigenen Heilungsprozesse über die Hautmuskeln und Nervenfasern zu unterstützen. Kinesiotape kann am ganzen Körper angewandt werden um Schmerzen zu mildern, Verletzungen vorzubeugen und eventuell sogar Operationen zu vermeiden. Es ist besonders geeignet zur Behandlung und Vorbeugung von Sportverletzungen und wird von vielen Topspielern im Bereich Squash angewandt.

Wirkungsweise

Die Anwendung ist dabei nicht ganz einfach und sollte deshalb nur nach Absprache mit dem Arzt oder dem Physiotherapeuten selbst durchgeführt werden.
Zuerst muss der Muskel in eine vorgedehnte Position gebracht werden um dann das Tape locker aufzukleben. Beim Zurückführen des Muskels in die Ausgangsposition zieht das Kinesiotape den Muskel zusammen. Hierdurch entstehen convolusions (Wellen) im Tape. Diese verbessern die Durchblutung des Muskels, reduzieren Druck und lindern Schmerzen.
Außerdem gibt es verschiedene Anlageformen, wie etwa die i-, Y-, X- und Fächerform, die man tatsächlich besser dem Physiotherapeuten überlässt.

Durchaus möglich ist die Selbst-Anwendung aber bei wiederkehrenden Verletzungen oder dauerhaften Problemen. Dabei sollte die Hautstelle möglichst trocken, fettfrei und unbehaart sein. Wichtig ist auch das Tape mindestens 20-30 Minuten vor dem Sport aufzubringen, da es sich sonst durch den Schweiß leichter ablöst.
Das Tape hält durchschnittlich 3-5 Tage, kann aber ruhig so lange an Ort und Stelle belassen werden, bis es sich ablöst.

Einsatzmöglichkeiten

Kinesiologie-Tape hat vielfältige Anwendungsmöglichkeiten und wird von Physiotherapeuten und Ärzten gerne bei folgenden Krankheitsbildern angewandt.

Muskelverletzungen löst Verspannungen, unterstützt die Heilung
(z.B. bei Muskelfaserriss)
Lymphödem hilft Wassereinlagerungen abzutransportieren
Bänder Stabilisation
Faszien Fixierung an der richtigen Stelle
Korrekturtechnik z..B. um die Kniescheibe in der richtigen Position halten

Allerdings ist das Tape natürlich nicht für jeden geeignet und besonders Menschen mit den folgenden Krankheitssymptomen sollten es wirklich nur in Absprache mit dem Arzt anwenden:

  • Hautallergie
  • bakterielle Infektion
  • Hautverbrennung
  • Durchblutungsstörung
  • Thrombose
  • chemotherapeuthischer Behandlung
  • hohe Schmerzmitteleinnahme
  • Blutgerinnungsstörung
  • Einnahme blutverdünnender Medikamente

Kosten

Für alle, die nun immer noch skeptisch ob der Wirksamkeit des Kinesio-Tapes sind empfehlen wir es einfach einmal auszuprobieren. Je nach Tapeverbrauch und Arbeitszeit kostet das professionelle Taping beim Physiotherapeuten zwischen 5 und 50 €.
Dies ist leider keine Kassenleistung und muss deshalb aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

Zum selbst Anwenden gibt es das Kinesiologie Tape in vielen verschiedenen Farben. Die Farbe spielt dabei übrigens keine Rolle und kann ganz nach Geschmack ausgewählt werden.

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